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C. Burkhardt 27.06.2017 11:27

Mehrfamilienhaus mit teilweiser Inanspruchnahme einer KfW-Förderung
 
Es kommt immer mal wieder vor, dass wir eine Anfrage zur Luftdichtheitsprüfung eines Mehrfamilienhauses erhalten, bei dem nur ein Teil der Wohnungseigentümer eine KfW-Förderung in Anspruch genommen hat.

Meiner Ansicht nach ist es nicht zulässig, ausschließlich die von der Förderung betroffenen Wohnungen zu prüfen, mit folgender Begründung:
Auszug KfW FAQ Kapitel 8.03 Luftdichtheitstest: „… Der Luftdichtheitstest nach EnEV ist für das bei der Bilanzierung betrachtete Gesamtgebäude durchzuführen. Dabei kann gemäß DIN EN 13829 abschnittsweise vorgegangen und als Messergebnis für das Gesamtgebäude ein Mittelwert aus den Einzelmessungen gebildet werden. Ein einzelnes Messergebnis muss dabei nicht dem geforderten Wert entsprechen. Nicht zulässig ist jedoch, das Teilergebnis einer abschnittsweisen Messung auf das Gesamtgebäude anzuwenden. Für aneinander gereihte Gebäude ist auch im Fall, dass diese zeit- und baugleich erstellt wurden, ein Dichtheitstest für jedes einzelne Gebäude durchzuführen. …“
Die Energiebedarfsberechnung bezieht sich ja auch immer auf das Gesamtgebäude und nicht auf eine einzelne Wohnung.

Wenn möglich messen wir eh immer das gesamte Gebäude da bei abschnittsweiser Prüfung gebäudeinterne Leckagen über die Elektroverteilung und über sonstige Installationsschächte immer eine große Unbekannte und ein großes Risiko sind. Zudem sind dann mehrere Messungen zeit- und damit auch kostenintensiver als eine einzige. Freilich ist es aber insbesondere wenn das Gebäude bereits bewohnt ist, also der eigentlich passende Termin für den Test längts verpasst wurde, schweirig, mit allen Parteien einen passenden Termin zu finden. Dieser Umstand würde wiederum die abschnittsweise Prüfung "attraktiver" machen.

Mich würde interessieren, wie Kollegen mit dieser Problematik in der Praxis umgehen. Ich freue mich auf Eure Beiträge!


Schrödingers Katze 27.06.2017 22:03

Ich glaube, das muß man etwas differenzierter betrachten. Erste Frage zur Eingrenzung: Wurde (für das ganze Gebäude oder bei NWG für die betrachteten Zonen) ein BDT rechnerisch angesetzt? Dann ist sowieso das ganze Gebäude zu prüfen, egal ob en bloc oder abschnittsweise. Zweite Frage: Wurde eine kontrollierte Lüftung im EnEV angerechnet? Antwort wie 1. Falls beides nicht der Fall ist, die KfW-Kriterien ohne BDT und Lüftungsanlage erreicht werden, reicht es, die Stichprobenmessung nach KfW-Merkblatt durchzuführen, also ein bestimmter Prozentsatz der Nutzungseinheiten, zufällig ausgewählt und eine bestimmte Anzahl Dachgeschoßeinheiten beinhaltend. Dabei ist irrelevant, ob dies die Einheiten sind, für die Fördermittel beantragt wurden.
Ob Messung en bloc oder abschnittsweise wurde in diesem Forum schon ausführlich diskutiert. Richtig ist, daß, wie auch immer gemessen, immer das Gebäude oder bei NWG die Nutzungszone(n) betrachtet wird/werden.


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