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Zertifizierungen für Messteams Welche Erfahrungen zu Zertifizierungsangeboten gibt es? Wird eine Zertifizierung von Kunden gefordert?

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Alt 19.09.2016, 23:18   #1
C. Burkhardt
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Standard Zertifizierung als "echte" Qualitätsgarantie

Der Laie verbindet mit einer Zertifizierung meist eine unabhängige ständige Überwachung.
Bei den meisten Zertifizierungen von Luftdichtheitsprüfern sehe ich dies jedoch aktuell nicht gegeben. Hier ist das Zertifikat nur im eigentlichen wörtlichen Sinn zu sehen - eine "Bescheinigung", nämlich die über eine mit Erfolg abgeschlossene Schulung.

Ein wirkliches Qualitätsmerkmal wäre für mich eine Zertifizierung erst, wenn daraus eine Verpflichtung zur Qualität folgern würde.
Ein gutes Beispiel hierfür sind aus meiner Sicht die Berufspflichten für am Bau tätige Ingenieure laut Baukammerngesetz, siehe Artikel 24 des bayerischen BauKaG - dieses Gesetz gilt zum Beispiel auch für mich.

Der FLiB e.V. hat im Artikel 18 seiner Prüfungsordnung auch einen durchaus interessanten Ansatz zur Qualitätsverpflichtung - sofern Verstöße wirklich geahndet werden.
Das Infoblatt des FLiB vom Januar 2016 definiert die Leckagesuche ausdrücklich als festen Bestandteil der Luftdichtheitsprüfung.
Beides in Kombination würde ich so verstehen, daß zum Beispiel Blower-Door-Tests an einem Einfamilienhaus in ca. 20 Minuten und ohne Leckagesuche spätestens seit diesem Jahr unter FLiB-zertifizierten Luftdichtheitsprüfern tabu sein sollten.
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Geändert von C. Burkhardt (20.09.2016 um 08:41 Uhr). Grund: Links hinzugefügt.
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Alt 20.09.2016, 11:01   #2
H. Trauernicht
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Beiträge: 1.655
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Standard

Das sehe ich genauso. Ich selbst habe 2002 als zweiter überhaupt die FLiB-Zertifizierung durchlaufen. Danach hat bis heute niemand nach einer Erneuerung der Zertifizierung gefragt. Inzwischen interessiert sie mich auch nicht mehr.

Wie wäre es mit einer berufsethischen Verpflichtungserklärung, die vom Dienstleister abgegeben wird?
__________________
Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 20.09.2016, 11:48   #3
C. Burkhardt
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Registriert seit: 24.03.2016
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Beiträge: 60
Standard Berufsethischen Verpflichtungserklärung

Zitat:
Zitat von H. Trauernicht Beitrag anzeigen
Wie wäre es mit einer berufsethischen Verpflichtungserklärung, die vom Dienstleister abgegeben wird?
Das wäre ein guter Ansatz!
Ich denke der Knackpunkt dabei wäre die nötige ernsthaft verfolgte Konsequenz bei Nichteinhaltung. Das muß unbedingt dazu.
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Alt 20.09.2016, 14:40   #4
Schrödingers Katze
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Vielleicht sollten wir diese Diskussion etwas erweitern: Letztlich entscheidet der Bauleiter (mit), wer einen BDT durchführt, und damit auch, wie die Qualität aussieht. Bei Verzicht auf Leckageortung ist der BL dann im Schadensfall wegen dieser Entscheidung mit im Boot. Schon seit den ersten Ansätzen beim BFLP stand ich dem Prinzip Zertifizierung skeptisch gegenüber. In D bekommt man für alles und jedes ein Stück Papier, oft von zweifelhaftem Wert. Wirkliche Qualitätssicherung bekommt man nur durch entsprechende Verantwortung und Haftung bei Schadensfällen. Das wird jeden Luftdichtheitsprüfer mit funktionierendem "Zwischenohrenhauptspeicher" zu ordentlicher Arbeit und zweifelsfreier Dokumentation derselben bewegen. Wenn dann die Bauleitung nicht reagiert, nützt das dem dem Auftragsvolumen der Bausachverständigen.
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Alt 24.09.2016, 12:09   #5
C. Burkhardt
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Dem muss ich auch wiederum zustimmen.
Zynisch aus der Sicht eines qualitativ hochwertig arbeitenden Luftdichtheitsprüfers ausgedrückt gehen aber leider viel zu viele Bauvorhaben mit Blower-Door-Test ohne Leckageortung am Ende doch "gut". D.h. es wird zumindest in den ersten 5 Jahren kein Bauschaden bemerkt.

Es sieht dann wohl nicht danach aus, dass es für den Auftraggeber in Zukunft leichter werden könnte, scheinbare Qualitätsmerkmale von echten zu unterscheiden. Architekten, Bauträger usw. tun sich etwas leichter, da die öfter einen Blower-Door-Test benötigen und ggf. nach schlechten Erfahrungen eben mit einem anderen zusammenarbeiten. Für den privaten Bauherrn, der den Test nur ein einiziges Mal benötigt, ist und bleibt die Wahl sehr schwierig.

Eventuell würde die Qualität der Durchführung von Blower-Door-Tests insgesamt im Durchschnitt erst angehoben, wenn der Gesetzgeber formulieren würde wer Luftdichtheitsprüfungen durchführen darf - zum Beispiel Sachverständige gemäß den EnEV-Durchführungsverordnungen der Länder. Das hätte dann sicher nichts mehr mit Zertifizierungen zu tun. Vermutlich erhält auch der "Zertifizierungsmarkt" erst durch die fehlende Einschränkung seitens des Gesetzgebers seinen richtigen Zulauf.
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Geändert von C. Burkhardt (24.09.2016 um 12:25 Uhr).
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Alt 26.09.2016, 18:43   #6
Schrödingers Katze
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Wer sich als privater Bauherr ohne Bezug zu Baugewerbe oder Architektur/Bauingenieurwesen berufen fühlt, den Luftdichtheitsprüfer ohne Beratung durch Fachleute auszusuchen, der mag ruhig auch das Risiko tragen, an einen Scharlatan zu geraten. Am Bau kann man an allem sparen, nicht jedoch an guter Planung / Bauleitung / Qualitätskontrolle.
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