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Detailfragen zur Messung Vorbereitung des Gebäudes, Volumenberechnung, Abdichtungen ...

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Alt 02.12.2010, 10:40   #1
Energieberater
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 02.12.2010
Ort: Essen
Beiträge: 4
Standard Messung bei Schnee

Hallo zusammen,

die Wetterfrösche kündigen einen langen, schneereichen Winter an. Kann eine geschlossene Schnedecke auf Dächern die Messergebnisse verfälschen?

Mit freundlichen Grüßen aus Essen
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Alt 02.12.2010, 10:55   #2
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.708
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Reden

Eine Luftdichtheitsmessung dürfte durch Schnee kaum beeinflusst werden. Es geht ja im wesentlichen um die innere Luftdichtheit, die von der Windichtheit zu unterscheiden ist!

Bei Kühllagern gibt es den Effekt, dass gefrierendes Kondensatwasser Luftundichtigkeiten behebt, indem die Undichtigkeiten zufrieren. Wenn an den undichten Stellen Plus-Temperaturen herrschen, ist mit diesem Effekt nicht zu rechnen.
__________________
Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 09.12.2010, 12:58   #3
eco-casa
Moderator
 
Registriert seit: 22.06.2007
Ort: 21514 Güster, Am Dorfsee 3 , die Südostkante Schleswig-Holsteins
Beiträge: 603
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Standard

Völlige Zustimmung zur ersten Antwort,....wobei messen bei Schneefall im Überdruckbetrieb mit Vorsicht erfolgen sollte, nicht daß man das Parkett etc. durch Feuchtigkeitseinfluss versaut.
Eine weitere Winter-Erfahrung die ich gemacht habe ist, daß der Luftmengenmesser bei bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitssituationen gern mit gefrierendem Kondensat überzogen wird, was dann eine geordnete Messung unmöglich macht.
okay, etwas neben der eigentlichen Fragestellung
Gruß
Arno Kuschow
__________________
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
ECO CASA GmbH

Steinzeit ist vorbei !
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Alt 09.12.2010, 16:11   #4
Schrödingers Katze
Moderator
 
Benutzerbild von Schrödingers Katze
 
Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 992
Standard

Zitat:
Zitat von eco-casa Beitrag anzeigen
V.....daß der Luftmengenmesser bei bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitssituationen gern mit gefrierendem Kondensat überzogen wird, was dann eine geordnete Messung unmöglich macht....
Es gibt auch ein Gerät, welches die Luftmenge aus Ventilatordrehzahl und Kanalgröße ermittelt....
__________________
nothing is foolproof to a sufficiently talented fool
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Alt 15.12.2010, 14:20   #5
ENO-M
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 26.05.2010
Ort: Bochum
Beiträge: 10
Standard

Spricht denn grundsätzlich etwas gegen eine Messung bei Minustemperaturen?! Ein Bauherr kam letztens mit der Frage auf mich zu.

Ich sehe keinen Grund, der dagegen sprechen sollte. Allenfalls solllte man die Thermik (nimmt ja mit zunehmender Temperaturdifferenz zwischen innen und außen zu) innerhalb des Gebäudes anhand der natürlichen Druckdifferenz im Auge behalten.
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Alt 15.12.2010, 17:00   #6
raaner
Benutzer
 
Registriert seit: 17.07.2009
Ort: Frankfurt
Beiträge: 56
Standard

Zitat:
Zitat von ENO-M Beitrag anzeigen
Spricht denn grundsätzlich etwas gegen eine Messung bei Minustemperaturen?! Ein Bauherr kam letztens mit der Frage auf mich zu.
Siehe dazu 5.1.4 Wetterbedingungen der DIN EN 13829. Wobei hier eigentlich anstatt der 500 mK wohl 250 mK stehen müssten.
raaner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.12.2010, 17:11   #7
ENO-M
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 26.05.2010
Ort: Bochum
Beiträge: 10
Standard

Danke für die schnelle Antwort. Jetzt wo ichs grad nachlese, klingelt es auch wieder...
ENO-M ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2011, 02:51   #8
alpino
Benutzer
 
Registriert seit: 07.11.2009
Ort: München
Beiträge: 34
Standard Überschlagsrechnung statt Normhörigkeit

raaner hat doppelt Recht:

In der Vorgänger-DIN ISO 9972:1996 war noch zu lesen: "...größer als 200 m.K ist...". Das war schon wesentlich härter als Bedingung.

Über die barometrische Höhenformel kann man die durch thermischen Auftrieb erzeugte Druckdifferenz näherungsweise leicht ermitteln. Dazu ein Rechenbeispiel aus der Zertifizierungs-Schulung nach ISO 20807:

Es ist ein Differenzdruckversuch im Winter geplant.

Die Randbedingungen:
Außentemperatur Ta = -5 °C
InnentemperaturTi = +20°C
Mitteltemperatur in K Tm = 273 + 12,5 = 285,5 K
Gebäudehöhe im Treppenhaus h = 9 m mit 3 Geschossen
spez.Dichte der Luft roh = 1.204 kg/m³
Erdanziehung g = 9,81 m/s²

Die Formel lautet (näherungsweise):

delta p = (roh x g x h x (Ti-Ta))/Tm

Parameter eingesetzt:

delta p = (1.204 X 9,81 x 9 x (20 - -5))/(273,0+12,5) = 9,3 Pascal

Und siehe da! Selbst bei diesen nicht ungewöhnlichen Verhältnissen wäre nach der EN 13829 zu erwarten, dass die beiden p01- und p02-Messungen einen zu hohen Wert (>5 Pascal) ergeben sollten, worauf nicht gemessen werden dürfte, obwohl 9 m x 25 K = 225 mK deutlich unter den jetzigen 500 mK liegt! Nach der alten Norm wäre (richtigerweise, wie die Überschlagsrechnung zeigt) eine Messung nicht mehr zulässig gewesen.
__________________
Ich kümmere mich um die Zukunft, denn ich beabsichtige den Rest meines Lebens darin zu verbringen

Geändert von alpino (22.08.2011 um 12:10 Uhr).
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