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Diverses Diskussion über Fragestellungen aus der Messpraxis

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Alt 13.08.2011, 20:58   #1
H. Trauernicht
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Beiträge: 1.656
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Daumen runter Wie kann das gehen? (Preisverfall auf Kosten der Qualität?!)

Die Dienstleistungsgesellschaft Digari (www.digari.de) aus Berlin bietet bundesweit Luftdichtheitsmessungen an für einen Preis von 230,- € an. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass Digari die Messung nicht mit eigenen Dienstleistern ausführt, sondern ein anderes bundesweit arbeitendes Unternehmen beauftragt. Dieses wiederum beauftragt regional arbeitende, selbständige Dienstleister. Das kann nach meiner Meinung nur auf Kosten der Qualität gehen.

Wenn man sich die Preise näher ansieht, erkennt man, dass die 230,- € für die Ermittlung des n50-Wertes anfallen. Die Volumenberechnung und die Leckagesuche werden separat mit etwa 83,- berechnet. Diese beiden Elemente gehören aus meiner Sicht aber zwingend zum Lieferumfang der Dienstleistung. Die DIN 13829 fordert eine nachvollziehbare Volumenberechnung und die Leckagesuche und die Dokumentation großer Leckagen.

Falsch ist auch, dass Verfahren A als Nachweismessung nach EnEV angeboten wird. Schon lange ist geregelt, dass Verfahren B anzuwenden ist!

Wenn 3 zwischengeschaltete Firmen an der Messung verdienen wollen, was kann denn dann noch für den ausführenden Dienstleister übrigbleiben? Wer trägt denn hier noch Verantwortung für die Qualität der Messung?!
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Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 15.08.2011, 07:57   #2
H. Trauernicht
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Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.656
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Die gleiche Vorgehensweis findet man bei AIA:
https://www.aia.de/service-center/bl...est/index.html

Ist das moderner Sklavenhandel?
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Alt 15.08.2011, 08:36   #3
KPS
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Zitat:
Zitat von H. Trauernicht Beitrag anzeigen
Ist das moderner Sklavenhandel?
Ja, man nennt es aber vornehm "Verdrängungswettbewerb"!

(Übrigens: Bei beiden "Anbietern" sind Anschrift und Tel.-Nr. gleich ...)
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Mitglied im Europäischen Verband der Energie- und Umweltschutzberater e.V. (eveu.de)
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Alt 15.08.2011, 10:12   #4
Schrödingers Katze
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Ich bekam bereits vor längerer Zeit ein Schreiben von einer Firma mit ähnlichen Praktiken, die Meßdienstleister als Subunternehmer suchte und eine "große Anzahl" von Messungen in Aussicht stellte. Ich habe geantwortet, für Scharlatanerie stünde ich nicht zur Verfügung.....
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Alt 15.08.2011, 10:22   #5
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von H. Trauernicht Beitrag anzeigen
....Wer trägt denn hier noch Verantwortung für die Qualität der Messung?!
Qualität ist hier nicht vorgesehen, bzw gleichgültig. Die Verantwortung wird auf den ausführenden Dienstleister abgewälzt, der dafür nicht angemessen bezahlt wird. Meist hat der Auftraggeber (immer noch) keine Vorstellung, wie eine sachgerechte Messung auszusehen hat, oder ist nur an der Erfüllung der Leistung (Messung wurde durchgeführt, n50 innerhalb der Vorgaben, sonstige Ergebnisse egal, da mögliche Schäden entweder anderen zugewiesen werden können, oder erst nach der Gewährleistuingszeit auftreten) interessiert. So etwas ist durchaus "bauüblich".
Bauherren, Bauträger, Planer, Bauausführende und Meßdienstleister mit einer anderen Berufsethik können solche Praktiken nur öffentlich aufzeigen und über Qualität punkten. Sooo viel teurer ist das ja auch nicht.
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Alt 14.11.2011, 14:39   #6
MT_5832
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Beiträge: 3
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Auch Einzel-Messanbieter bieten mit ähnlichem Preisniveau an; 195 € netto (232 € brutto); wie ich auf dieser Homepage gesehen habe
http://www.blowerdoor-mainz.de/42-0-...Door-Test.html
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Alt 15.11.2011, 18:16   #7
Schrödingers Katze
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...das liest sich eher wie ein (Lockvogel-)Basispreis mit minimalem Leistungsumfang....
Außerdem gab es in dieser Region schon immer eine hohe Anbieterdichte und damit Preiskampf.
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Alt 08.04.2016, 22:44   #8
C. Burkhardt
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Ort: Neumarkt in der Oberpfalz, Bayern
Beiträge: 62
Standard Wettbewerb von Äpfeln und Birnen - immer noch aktuell.

Hallo zusammen,

eigentlich ein bereits älterer Beitrag - man sollte meinen, dass sich Anbieter von ruinösen Lockangeboten und geringer Qualität der Dienstleistung im Laufe der Zeit von selbst erledigen.

Doch leider halten sich bis heute Anbieter, die - speziell in der Gebäudekategorie Einfamilienhäuser - mit einem scheinbar kostengünstigen Blower-Door-Test werben, aber die stets dazugehörende Volumenberechnung und die Leckagesuche extra verrechnen.

Und manchen Bauträger interessiert leider nur der Preis und die erste Seite des Prüfberichtes, das Zertifikat mit dem eingehaltenen Grenzwert. Dabei kann doch jeder von einem korrekt durchgeführten Blower-Door-Test nur lernen und die Qualität mit dieser Hilfe stetig verbessern!
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Alt 02.08.2017, 19:20   #9
C. Burkhardt
Moderator
 
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Registriert seit: 24.03.2016
Ort: Neumarkt in der Oberpfalz, Bayern
Beiträge: 62
Standard

Letztens haben wir über 10 Einzelmessungen an einem Mehrfamilienhaus mit Laubengängen im Großraum München angeboten und lagen preislich weit über dem günstigsten Angebot. Vergeben wurde der Auftrag für umgerechnet 154 € netto pro Messung. Sowas kann doch nur noch eine Prüfung nach dem Motto "halbe Stunde: Aufbau, Messreihe, Abbau, Ausdruck" sein ..... Ein Wahnsinn für jeden Luftdichtheitsprüfer, der dagegen mit Qualität anbietet.
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